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Donnerstag, 7. Februar 2013

Nachruf

Barbana XI genannt "Babsie" ist nicht mehr! Mit fast dreissig Jahren mussten wir sie kurz vor Weihnachten einschläfern lassen. Es ging einfach nicht mehr, die Kräfte ließen nach, und sie mochte nicht mehr fressen. Ein wunderbares Pferd hat uns verlassen. Die Lücke die sie reißt ist riesengroß. Was war sie ablehnend hochmütig zu Anfang als sie zu uns kam. Ihre Ablehnung war so schmerzlich und wir beschlossen um sie zu kämpfen! Es hat gedauert, aber von einem Tag auf den Anderen war sie plötzlich dann angekommen und von da an war sie vertraut mit uns und wurde auch züchterisch zur Stammstute. Sie konnte unnachahmlich sanft sein und hochfahrend bis zum Letzten...Alles innerhalb weniger Minuten. Aber sie hat sogar unerfahrene Reiter geduldet, obwohl sie ultraempfindlich auf zu feste Hilfen war. Klemmenden Sitz ertrug sie nicht. Da blieb sie sich ganz treu, aber jeder Tag mit ihr war schön und gelernt haben wir von ihr, wie der Lipizzaner behandelt werden möchte. Danke Babsie! Ihre Enkeltochter Afrika führt ihre Linie weiter...

Montag, 9. April 2012

23 Jahre....



...und kein bisschen weise!!! So alt ist unser Nathan und steigt auf Komando immer noch zu gerne. Diese Übung steht mit seiner inneren Haltung in Einklang und er macht sie voller Stolz und einfach zu gerne. Man muss sich in seiner Gegenwart allerdings über die eigene Körpersprache völlig im Klaren sein, denn eine falsche Bewegung löst dieses Steigen aus! Man darf nicht glauben, mit einem "Steiger" könne man spielen.
Es empfiehlt sich also nicht Dieses nachzuahmen. Genauso ist es mit dem spanischen Schritt. In der Anfangsphase zu dieser Ausbildung kann es schon Probleme mit dem Schmied geben. Der hat es nicht so gern, wenn beim Anfassen des Beines Dieses blitzartig vorwärts schnellt. Man sollte also auch hier den Schmied immer informieren, dass sich dies Pferd in der Ausbildung zu dieser Übung befindet.
Bei Nathan hat sich das schnell gelegt und wir haben beim Steigen auf feine unsichtbare Hilfen verzichtet, und die Hilfen sind so deutlich von allem unterschieden, dass eine Verwechslung selten möglich ist. Dennoch nimmt er manchmal die Hilfen so schnell vorweg, dass ein schnelles Heben beider Arme schon reicht... Übereifrig...

Dienstag, 22. November 2011

Alte Weggefährten



Nathan unser alter Weggefährte ist inzwischen 23 Jahre alt und die Zeit läuft auch für ihn. Inzwischen haben wir schon einige dieser vertrauten Gefährten gehen lassen müssen! Sie haben unendlich schmerzliche Lücken in unserem Leben hinterlassen. Unsere Lipizzanerin Babsie (Barbana Xl)ist sogar schon 28 Jahre alt. Es ist schwer zu realisieren, dass da eine Trennung bevorsteht und man möchte um jedes Jahr mehr feilschen... aber mit wem???
Und das Pferd muss es natürlich auch noch wollen. Noch will sie, aber die Zeichen stehen nicht so gut. Nathan hingegen ist noch recht fit. Dem Himmel sei Dank. Er wird uns sicher noch eine Weile begleiten.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Plattenepithelkarzinom II




Ich habe nun das behandelte Auge nochmal fotografiert. Nach der Laserbehandlung sieht es erstmal für die Haflingerstute Laika gut aus. Sie kann die Augen wieder schließen und die etwas eitrige Entzündung ist auch abgeklungen! Wieweit das Karzinom schon gestreut hat bleibt abzuwarten! Aber im Moment ist Laikas Wohlbefinden wieder hergestellt! Sie kann inzwischen auch wieder normal bewegt werden, und ihre Besitzerin ist heilfroh! Ich vergaß zu erwähnen, dass bei Laika der ungewöhnliche Fall eingetreten ist, das beide Augen betroffen waren. Ich finde, den Unterschied davor und danach kann man sehr gut erkennen. Ich freue mich ihr und ihrer Besitzerin reiterlich nun weiterhelfen zu können.

Montag, 30. August 2010

Zweifel...

In der Diskussion um die fotografierten Entgleisungen von Dr Heuschmann, der auf einem Korrekturpferd Unglaubliches produziert, kommen mir Zweifel. Ein echter "horseman" weiß, dass er in Kürze kein Pferd wirklich korrigieren kann. Aber die Verlockung ist wohl zu groß vor Schülern und Interessierten eine gute Figur zu machen um bei den selbstgestecketen Zielen zu bleiben. Hat er doch vehement für gesunde Gymnastizierung im Einklang mit der Physis und Psyche des Pferdes gestritten. Nun aber dies! Ich erinnere mich, dass einer der ganz großen Reitmeister vergangener Zeiten (Entweder Podhajski oder Kurt Albrecht)in einem seiner Werke geschrieben hat, dass er beim Korrigieren oder Ausbilden fremder Pferde sich hat nie verlocken lassen Dinge vom Pferd zu verlangen, die es nicht konnte, nur um spektakulär zu wirken. Die Reiter oder gar Besitzer, die zuschauten mussten mit gesunder Basisarbeit zufrieden sein. Es ist immer wieder wohl so, dass sie dann Wunder erwarten, wo erst mal Kennenlernen und Ausloten angesagt ist. Die Diziplin eines Reiters ist hier gefragt und die Charakterbildung, um mit solchen Situationen umgehen zu können. Ich erinnere mich an diesen Ausspruch von Anja Beran: Aus Respekt... Wo war er hier und wo war er in ihrer Aussage dicke Reiter könnten nicht reiten, weil sie diziplinlos seien... Wo ist da der Respekt ????
Immer wieder, wenn es um sogenannte Große in der Szene geht, dann kommen mir bei solchen Erlebnissen Zweifel an deren wirklicher Größe und ich freue mich still vor mich hin zu üben und mein Ding allein zu machen.

Donnerstag, 26. August 2010

Ein neues Konzept muss her!




Immer wieder werde ich gebeten Reitern oder Reiterinnen zu helfen, wenn es deutlich hakt. Oft muss ich dann feststellen, dass schon in der Grunderziehung des Pferdes Etliches versäumt wurde. Es gibt immer wieder die Aussage: Das kann mein Pferd, weil wir das schon gemacht haben.... Die Frage muss hier lauten: Wie habt ihr das gemacht... Und da kommen sämtliche Mängel in der Ausbildung zutage. Das Wie bestimmt die Qualität der Ausbildung. Es genügt halt nicht die Übungen, die nötig sind um ein Pferd zu einem gehorsamen Freizeitpartner zu formen, irgendwie zu "machen" Der Reiter muss die perfekt ausgeführte Übung als Bild im Kopf haben und die Ausführung seines Pferdes daran messen und sie allmählich dahingehend formen, bis das Endziel erreicht ist, und das mit Ruhe und Gelassenheit. Ferner reicht es heute also nicht mehr nur Draufsitzen zu können ohne runter zu fallen. Das ist kein Reiten! Mir fällt auf , dass wenige Reitlehrer neue Konzepte entwickeln und immer noch in der Reitausbildung "mehr desselben" betrieben wird. Natürlich haben Schlagworte, die Neues benennen, Einzug gehalten, ohne dass sie etwas Echtes bewirken... (Macht sich einfach gut). Ich trage mich mit dem Gedanken eine Reitschule zu gründen, die dem Konzept einer guten Hundeschule entspricht. Fast alle Hundehalter sind sich einig, dass es nötig ist einen Hund zu erziehen, damit er uns wohlerzogen begleiten kann und souverän alle Gelegenheiten meistert. Das kann ein Pferd ebenso erlernen! Methoden gibt es genug. Man muss sie nur konsequent nutzen. Hier gilt es aufzuklären! Ich habe dazu ein gutes Mittel der Verbreitung dieser Idee gefunden: Die örtlichen Volkshochschulen mit ihren Kursangeboten. Hier finde ich Interessierte, die erstmal hereinschnuppern in die Welt des Pferdes, um dann zu entscheiden, ob sie sich auf mein Angebot einlassen wollen.
"Selbst Flüstern will gelernt sein". Unter diesem Motto biete ich Kurse an, die die Einführung in die Psyche des Pferdes bieten. Ich entwickele gerade einen interessanten multiple choice Fragenkatalog, aus dem man entnehmen kann wie weit man auf der Skala des "Flüsterers" gekommen ist.
Inzwischen bin ich dabei mein Konzept "Auf dem Weg zu echter horsemenship" schriftlich zu fixieren, damit es nachgelesen und nachgearbeitet werden kann.
Wenn das erledigt ist, wird es als Ausgabe im Selbstverlag erhältlich sein.
Ich hoffe damit Vielen helfen zu können, die Rat suchen und nicht finden. Mir ist es vor 25 Jahren ähnlich gegangen. Super Basis-Lehrer gab es nur für Turniersportler. Freizeitreiter standen im Regen.
Eines allerdings muss ich ganz unverblümt sagen: Auch in der Reiterwelt gilt : Ohne Fleiß kein Preis. Die Übung muss der Mensch mit seinem Pferd schon leisten, sonst versteht das Pferd nicht und Alles bleibt wie es ist.

Montag, 26. Juli 2010

Brennplätze







Die Brennplätze der Pferdezuchtverbände sind wahre Schaufenster der Landespferdezucht. (Hier der Brennplatz von Frau Gitzel in Sörupholz - Foto 1) Es ist immer interessant zu sehen, wie der Fohlenjahrgang ausgefallen ist. Man sieht und lernt viel, vor allem , wenn man sich wie ich nach einem neuen Pferd umsieht! So habe ich dieses Mal die Gelegenheit genutzt ein Züchterpaar aus Dänemark anzusprechen, deren Ponyfohlen von außerordentlicher Qualität waren. (Foto 3+4) Sie haben den Hengst Lukas eingesetzt und noch ein Lukasfohlen schon vor dessen Geburt gekauft, und beide Fohlen wurden prämiert und erhielten echten Applaus. Beide präsentierten sich ganggewaltig und selbstbewußt. Tolles Gebäude und schöne Gesichter! Glückwunsch an Familie Lauesgaard-Nissen und Herrn Jessen Handewitt, so muss Zucht aussehen!
Bei dieser Gelegenheit erbat ich auch die Erlaubnis zu einem Besuch in DK. Mit einem solchen Züchter hochwertiger Pferde zu sprechen lohnt sich immer, und seine anderen Zuchtprodukte... nun... ich bin nun neugierig geworden. Eine weitere Überraschung war das Palominofohlen von Anette Räpple aus ihrer leider nicht ganz reingezogenen Lusitanostute. Ein schönes Fohlen mit toller Aufrichtung im Gang, dass das barocke Erbe nicht verhehlen kann... und dann auch noch in der von mir so favorisierten Farbe Palomino!!! (Foto 5)
Hauptaugenmerk dieses Brennplatzes lag allerdings auf Friederike Gitzels Minishettyfohlen. (Foto 2)
Eine gelungene Veranstaltung auf der man allerdings auch wieder unschöne Bilder von ungezogenen Haflingern sah, die ihre Besitzer durch die Gegend schleiften... Warum nur erziehen sie ihre Fohlen und Muttertiere nicht besser! Immer wieder bestätigen sich hier Urteile anderer Züchter! Das müsste nicht sein. Die anderen Pferde präsentierten sich wohlerzogen und gelassen ruhig. Das können Haflinger auch!

Montag, 19. Juli 2010

Die Magie des Augenblicks



Es gibt Augenblicke, die sind magisch. Da werden Mensch und Pferd eins. Oft geschieht das beim Reiten, aber es gibt auch Momente beim Umgang mit dem Pferd. Dies ist so einer. Ein Mensch betrachtet entspannt am Abend seine Pferde, und dann kommen sie näher, neugierig und doch gespannt... aber sie überwinden sich und bleiben, weil die Chemie zwischen Mensch und Pferd stimmt. Sie vertrauen ihm. Paul Bold hat dies mit einer Gedichtzeile in seinem Gedicht "Junge Pferde" so passend beschrieben:

Und dann nähern sie und nicken
Ihre Augensterne zittern
in den engen Menschenblicken.

Das trifft es auf den Punkt.
Die Pferde hier Barbana XI genannt Babsie und ihr Urenkel Pluto Barbana

Donnerstag, 20. Mai 2010

Einfach ein Gesicht



Einfach nur ein Gesicht? Wenn man genau hinsieht sieht man ein zufrieden neugieriges Pferd mit einem Wunsch... Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig von dem, was Haflingern so allgemein nachgesagt wird (dumm, stur, verfressen, apathisch, langweilig körperunbewusst) in meinen steckt. Es stellt sich hier also die Frage, ob nicht in fast jedem Pferd mehr steckt, als man wahrnehmen will. Nach jahrelangem engem Zusammenleben mit meinen Pferden bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass die Pferde sehr viel über uns wissen und sich auch Gedanken über uns machen! Einige Erlebnisse in der Richtung scheinen dies zu bestätigen! Ein Beispiel: Wir standen einmal in einer Gruppe in einem Reitplatzeingang, der nur mit einem Balken verschlossen war! Darauf eine Stute, die sehr intelligent und spritzig war. Unter der Menschengruppe, die so die Stute beobachtete, war ein Mensch, der Angst vor Pferden hatte, und was soll ich sagen, die Stute wollte gerne über die Reitplatzabsperrung springen und welchen Platz hatte sie sich wohl ausgesucht???? Genau den, wo der Mann mit Angst vor Pferden stand. Er wich auch promt zur Seite. Das war wirklich so gezielt angegangen, dass das Pferd genau gewusst hat, dass diese Stelle die einzige Chance war. Sie nahm Maß und lief auf ihn zu, überlegte es sich dann aber doch noch... Ich könnte etliche solcher Situationen schildern, wo ein Mensch mit einem Pferd solche Erfahrungen machen musste, ob er ausgetrickst wurde, oder nur sauber eingeschätzt... egal, aber Pferde wissen über uns Bescheid! Das sollte uns zu denken geben!
Oft unterschätzen wir das Pferd, aus Gedankenlosigkeit oder aus Unvermögen sie für genauso intelligent zu halten wie uns selbst. Sie ticken anders aber nicht schlechter!